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Ostschweiz Artikel Tagblatt CH

  • Montag, 1. Oktober 2007

Wo der Koch seine Liebe findet

Radolfzeller Koch gestaltet Internet-Plattform für Partnersuche in der eigenen Branche

RADOLFZELL. Mit «gastrosingles.de» will der Koch Thomas Honold den Singles aus seiner Branche in Deutschland, Österreich und der Schweiz übers Internet zu Lebenspartnern verhelfen.

GERHARD HERR

«Koch sucht heisse Liebe», «Zuckerperle sucht Konditor» oder «Winzer sucht Frau mit Prädikat»: Mit solchen Sprüchen auf der Internet-Seite will Thomas Honold die Besucher zunächst zum Schmunzeln und Nachdenken bringen. Dabei liegt das Problem auf der Hand: «Für uns ist es schwer, privat Kontakt zu knüpfen, meist arbeiten wir doch bis in die Puppen», sagt der 29-Jährige, der mit seinen Eltern ein Restaurant auf der Radolfzeller Bodensee-Halbinsel Mettnau betreibt. Auch er ist seit einiger Zeit wieder Single. Der Grund: «Viele von uns sitzen teilweise den ganzen Tag im elterlichen Betrieb oder in den Küchen fest und kommen nicht raus.» Und wenn sie mal Freizeit haben, dann müssten andere Menschen wieder arbeiten, etwa wenn die Feriensaison vorbei ist. Und welche Kauffrau, welche Sekretärin, akzeptiere schon, wenn sie sich abends quasi an der Haustüre treffen und der Partner sich verabschiedet, um in der Küche seines Restaurants zu verschwinden.

«Rezept fürs Glück»

Also wäre es doch einfach, wenn man über das Internet Gleichgesinnte finden würde, Menschen mit dem gleichen Voraussetzungen. Vor einem halben Jahr hat Thomas Honold die Gastrosingle-Seite entworfen. Seit zwei Monaten ist diese im Netz und soll die Community für alle Singles aus der Gastrobranche, dem Lebensmittelhandwerk und alle, die sich diesen Berufsgruppen verbunden fühlen, sein. «Finde den Traumpartner, der nicht nur zu Dir, sondern auch zu Deinem Beruf passt», lautet das «Rezept fürs Glück».

Partner nach Beruf auswählen

Bis jetzt im deutschsprachigen Raum einmalig ist, dass Frau oder Mann den Partner nach Beruf auswählen kann. «Koch sucht Restaurantfachfrau, das gibt es in keiner Singlebörse in Deutschland», sagt Honold. Nach den ersten beiden Monaten tummeln sich dort bereits 100 Mitglieder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Gut 45 Prozent davon sind Männer. Das sei im Vergleich zu anderen Partnerbörsen ein gutes Verhältnis. Die ersten Tausend, verspricht der Küchenmeister, bekommen von ihm eine lebenslange Mitgliedschaft geschenkt. Für alle weiteren kostet die monatliche Mitgliedschaft knapp fünf Euro Gebühr.

Honold will seine Seite eines Tages sogar weltweit und in anderen Sprachen anbieten. Diese soll aber nicht nur Singlebörse, sondern auch eine Plattform sein, um Freunde kennenzulernen. Sonntagabends will Honold der Moderator am elektronischen Gastro-Stammtisch sein. Und damit das «Bubespitzle, das eine Metzgerfrau» oder die «Limone, die ihren Barkeeper» sucht, auch keine Nacktbilder oder Schmuddelausdrücke finden, hat der findige Koch eine automatische Suchmaschine eingebaut, die solche Partner gleich rauswirft. Honold: «In meiner Küche ist doch auch Sauberkeit und Ordnung angesagt.»kostenlos registrieren

 

 
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